Der Friedhof als „Raum für Trauer“

in der Gesellschaft und der Kommunalentwicklung –
Perspektiven und Chancen

Die Initiative „Raum für Trauer“ möchte in der Gesellschaft eine Veränderung in der Wahrnehmung und im Umgang mit dem Thema Trauer erreichen, damit der Trauer mehr Raum sowie Aufmerksamkeit und Wertschätzung zukommt.

Was können die Gesellschaft sowie auch die verantwortlichen Kommunen und Kirchen hierbei im Sinne ihrer Daseinsfürsorge und Fürsorgeverantwortung für ihre Bürger beitragen? 

Welche Voraussetzungen, auch institutionelle und örtliche, müssen dabei innerhalb einer Kommune geschaffen werden, damit Menschen, die sich in Trauer bzw. Lebenskrisen befinden, die Unterstützung und Begleitung erfahren, die sie im Sinne einer gelingenden Fürsorgeverantwortung und Trauerbegleitung erhalten sollten?

Welchen Beitrag können hierbei die existierenden Friedhöfe leisten? Wohin müssen sich diese entwickeln, um diesen Beitrag leisten zu können?

Wie muss ein Ort gestaltet sein, den trauernde Menschen gerne und bewusst aufsuchen, um dort Erfahrungen machen zu können, die sie in ihrer Trauer als heilsam empfinden? Was müssen die Verantwortlichen an diesem Ort vorhalten, sodass diese Menschen dort ihre Trauer so zum Ausdruck bringen können und dürfen, wie sie es sich wünschen, wie es ihnen gut tut?

Um die wichtigste Funktion des Friedhofs als „Raum für Trauer“ zu verstehen, und als Basis für die zukünftige Weiterentwicklung der Friedhöfe zu verwenden, bedarf es einer intensiveren Auseinandersetzung mit der Trauer, deren Verarbeitung und deren psychologischen Hintergründe und Wirkungsweisen.

Mit der Initiative „Raum für Trauer“ wurde jahrelang wissenschaftlich erforscht, wie Friedhöfe diese Herausforderungen erfüllen können. Dabei wurde gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Psychologie, Soziologie, Trendforschung, Landschaftsarchitektur, Architektur, Trauerexperten und beteiligten Gewerken, umfassendes Grundlagenwissen erarbeitet. Die daraus resultierenden architekturpsychologischen Gestaltungsprinzipien werden in einem Labor- und Experimentierfeld „Friedhof der Zukunft“ erfahrbar, um sie allen am Friedhof Tätigen als Grundlage für eine zukunftsorientierte weitere Entwicklung der Friedhöfe zur Verfügung zu stellen und den Bürgern als „Raum für Trauer“ erlebbar zu machen.

Weitere Maßnahmen der Initiative sind umfangreiche Fortbildungsprogramme durch eine Fortbildungsakademie für alle am Friedhof Tätigen, die kontinuierliche Information der Gesellschaft, durch die Plattform „trauer-now.de“ sowie eine intensive Einwirkung auf allen verantwortlichen politischen Ebenen, diesen Prozess aktiv mitzugestalten.

Wer sind wir?

Ideeller Träger der Initiative „Raum für Trauer“ ist die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V., vertreten durch Dr. Dirk Pörschmann.

Mitglieder und Initia­toren der Inita­tive sind weiterhin:
Günter Czasny, Edith Stras­sacker, Willy Hafner, Gisela Zimmer­mann, Achim Eckhardt und Tobias Blaurock sowie viele weitere Unter­stützer aus verschie­denen Berei­chen der Trauer-, Bestat­tungs- und Fried­hofs­kultur.

Was ist uns wichtig?

Trauer braucht einen Ort, der den Hinterbliebenen gut tut. Anonyme und halbanonyme Beisetzungsorte, an denen Trauerhandlungen nicht erlaubt oder möglich sind, haben Nachteile, die vielen Hinterbliebenen oft erst schmerzlich bewusst werden, wenn es zu spät ist. Wir wollen Beisetzungsorte, die nach heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen als Orte heilsamer Trauer funktionieren: Ein Beisetzungsort wird nur dann zu einem „heilsamen Trauerort“, wenn er von den Angehörigen so in Anspruch genommen und gehandhabt werden kann, wie sie es für die Bewältigung ihrer Trauer wünschen und benötigen.