Friedhöfe können mehr –
denken wir sie neu: für die Trauernden!

Auch bei pflegefreien Grabformen sollten individuelle Trauerhandlungen künftig direkt am Beisetzungsort Verstorbener erlaubt sein. Denn so können viele Menschen ihre Trauer am besten zum Ausdruck bringen und verarbeiten.

Für viele Trauernde ist es heilsam, ihre Beziehung zu den Verstorbenen am konkretem Beisetzungsort auf einer neuen Ebene weiterzuführen. Vor allem hier empfinden viele Trauernde Rituale als heilsam. Das können gedankliche Zwiegespräche sein oder die Gabe von Briefen, Blumen oder anderen Gegenständen. Dabei jedoch kommt es mit der Zunahme an pflegefreien, oft halbanonymen oder anonymen Beisetzungsformen immer häufiger zu emotional tragischen Konflikten, oft verursacht durch Satzungen, die der Trauerbewältigung im Weg stehen. Dies gilt auch für alternative Beisetzungsorte außerhalb von Friedhöfen, wie beispielsweise Beisetzungswälder.

Das ist die zentrale Erkenntnis der Initiative „Raum für Trauer“. Sie wurde in jahrelanger interdisziplinärer Grundlagenforschung wissenschaftlich erarbeitet und im engen Austausch mit Experten aller am Friedhof beteiligten Gewerke bestätigt.

Wenn kommunale und kirchliche Entscheider dieses Wissen umsetzen, ihren Friedhof also künftig nicht mehr als Ort der Toten, sondern als den besten Ort für die Heilung trauernder Hinterbliebener verstehen, können Friedhöfe einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten – als spürbar positive, heilsame Orte für Menschen in Lebenskrisen. Wir wollen Kommunen und Kirchen dazu ermutigen und befähigen, mit kleinen Änderungen an bestehenden Friedhofskonzepten solche Orte zu schaffen und damit eine bessere Fürsorge für Menschen in Lebenskrisen zu bieten.

Aktuelles

20. September 2022

Die Ministerin für Landesentwicklung und Wohnen von Baden-Württemberg und Vorsitzende der deutschen Bauministerkonferenz Nicole Razavi besucht die Initiative am 30.9., um sich über unsere neuesten Erkenntnisse zu informieren.

10. September

Günter Czasny wird am 23.9. auf der European Grief Conference zum psychologischen Wirkpotential von Beisetzungsorten sprechen. Sein Beitrag „Raum für Trauer in Gesellschaft und Kommunalentwicklung – Perspektiven und Chancen“ wurde als einer von voraussichtlich ca. 60 aus über mehreren Hundert eingereichten Papers ausgewählt.

Unser Online-Magazin

Unter www.trauer-now.de und auf Instagram @trauernow präsentieren wir regelmäßig Erkenntnisse, Inspirationen und Lösungswege dazu, wie heilsames Trauern beim Abschied von Menschen gelingen kann.

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