Friedhof neu denken – Orte die gut tun

Friedhöfe haben viele wertvolle Eigenschaften und Funktionen, über die bereits Einvernehmen besteht. Sie …

  • sind ein wichtiger Teil gelungener Stadtplanung
  • sind Orte der Naherholung
  • dokumentieren die Geschichte
  • tragen als wichtige Grünflächen zum Mikroklima bei
  • sind wichtige Schutzräume für Flora und Fauna.

Wie müssen aber Beisetzungsorte gestaltet sein, damit sie in ihrer eigentlich wichtigsten Funktion, als Orte heilsamer Trauer, funktionieren?

 „Es geht nicht um den Friedhof, es geht um die Trauernden. Wir müssen ihnen und ihrer Trauer eine höhere Achtsamkeit, Zeit, Raum und einen funktionierenden Ort geben. Wir müssen etwas für den wichtigsten Ort der Trauer tun und die Beisetzungsstätte selbst als einen Trauerort gestalten, der von den Angehörigen gehandhabt werden kann und angenommen wird, weil er so ist, wie sie es in ihrer Trauer benötigen. Nur dann ist er heilsam, nur dann trägt er zur Verarbeitung und Bewältigung der Trauer bei.“

Günter Czasny

Friedhöfe der Zukunft, die den veränderten Anforderungen und Nutzungspraktiken gerecht werden wollen, können eine Kraftquelle des Lebens sein. Sie …

    • benötigen differenziert gestaltete Bereiche für unterschiedliche Ansprüche und Handlungsweisen
    • Räume der Kontemplation
    • Räume der Begegnung und Kommunikation
    • Kollektive Räume der Trauer
    • Bereiche der inneren Reflexion und des Erlebens der Natur
    • Aufenthaltsbereiche (Demenzgärten) für gehandicapte ältere Mitbürger
    • brauchen gemeinschaftliches Handeln aller Beteiligten (Bürgerbeteiligung)
    • benötigen eine Finanzierung aus allgemeinen Steuereinnahmen zur Abdeckung der Infrastrukturkosten (und Pflege).

    Siehe dazu auch „Was uns wichtig ist“.

    Prinzipien „Orte, die gut tun“

      Angehörige sollten von der Verpflichtung, ein Grab zu pflegen, entlastet, und in den Möglichkeiten, bei Bedarf am Grab etwas tun zu können, unterstützt werden.

      • Jeder Verstorbene hat seinen klar definierten individuellen Beisetzungsort mit persönlicher Namensgebung.
      • Angehörige werden von der Grabpflege entlastet, was dem zunehmenden Wunsch vieler Angehörigen entspricht.
      • Es sind Möglichkeiten für Trauerhandlungen am jeweiligen Beisetzungsort vorhanden, wie z.B. der Ablagemöglichkeit von Trauergrüßen wie Blumen oder das Anzünden von Kerzen etc.
      • Für die Grabfeldgestaltung ist eine landschaftlich gestaltete Raumarchitektur für Rückzug, innere Einkehr und Geborgenheit gegeben.
      • Die Grabfeldgestaltungen können in Freiflächen bestehender Grabfelder integriert werden und es können auch neue Grabfelder angelegt werden.
      • Es werden ausreichend Sitzmöglichkeiten berücksichtigt, die zum Verweilen einladen.
      • In der Planung werden sinnstiftende- bzw. wertigkeitspägende Objekte vorgesehen.

      Leitfaden für die Umsetzung alternativer Grabstättenkonzepte