Umsetzung von „Raum für Trauer – Friedhof neu denken“ im Labor- und Experimentierfeld „Friedhof der Zukunft“

Verschiedene Experten der Friedhofsentwicklung, wie z.B. Wissenschaftler, Architekten und Landschaftsarchitekten, Trauerexperten, Designer, Künstler, Steinmetze, Bestatter, Verwaltungen und Kommunikationsexperten haben sich in mehreren interdisziplinären Workshops mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Trauerforschung beschäftigt und daraus Anforderungen und Planungsgrundlagen für eine zukunftsfähige Friedhofsentwicklung erarbeitet, die sich an den tieferliegenden Bedürfnissen von Trauernden orientiert.

Das Ergebnis dieser Workshops soll Grundlage und Orientierung sein für die zukünftige Herausforderung „Friedhof neu denken – und gestalten“.

Um diese Erkenntnisse, Denk- und Gestaltungsansätze real und erlebbar zu machen, wird durch die Initiative „Raum für Trauer“, in Süßen, Baden-Württemberg als Leuchtturmprojekt das Labor- und Experimentierfeld „Friedhof der Zukunft“ realisiert.

Hier entsteht – als Erfahrungsstätte heilsamer und therapeutischer Wirkung – ein Zukunftspark.

Dieses Experimentierfeld wird konsequent dem Gedanken des „heilsamen Trauerns“ verpflichtet gestaltet. Es gibt Anregungen für den architektonischen und gestalterischen Rahmen dafür, wie Trauer nach und nach in liebevolles Gedenken transformiert werden kann. Wesentliche Komponenten sind unterschiedliche Bereiche mit Handlungsfreiheit am Beisetzungsort, die Möglichkeit der Entpflichtung von Grabpflege, Halt gebendes und Orientierung stiftendes.

Durch die Ausgestaltung der unterschiedlichen Bereiche, soll das Ziel erreicht werden, dass sich trauernde Menschen eingeladen fühlen, diese zu begehen, erleben und dabei erkennen und spüren, dass sich kompetente Experten und professionelle Fachleute speziell mit ihrer Situation der Trauer und ihren Wünschen und Bedürfnissen intensiv beschäftigt haben, um für sie guttuende Lösungen zu entwickeln, zu gestalten und wirksam werden zu lassen.

In der Planung des Labor- und Experimentierfelds fließen neben umfangreichen Erfahrungen der Experten die wissenschaftlichen Erkenntnisse der genannten Studie ebenso ein, wie die Kompetenzen des Landschaftsarchitekten Bart Brands (NL), der bereits in Hamburg-Ohlsdorf und Amsterdam richtungsweisende Friedhofsgestaltungen realisiert hat. Besonderen Einfluss hat auch die architekturpsychologische Forschung, die unter anderem auch von Prof. Dr. C. Petrow begleitet wird, sowie das Architekturbüro Manthey Kula (NOR), das seine besonderen Kompetenzen bei der Errichtung nationaler Gedenkstätten mit der beeindruckenden Konzeption der Gedenkstätte für die Opfer der Attentate von Oslo und Utøya bewiesen hat. Unter der Mitwirkung der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal sowie der Kunstgießerei Strassacker entstand mit der den Prozess vorantreibenden Initiative „Raum für Trauer“ eine kongeniale Partnerschaft aller Akteure der Friedhofswelt, die nicht nur Grundlagenwissen erarbeitet, sondern dieses auch zukunftsweisend umsetzt.

Der Zukunftspark „Friedhof der Zukunft“ wird realisiert mit dem Anspruch, Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenskrisen unterstützend zu helfen. Er will Vorbild sein für künftige Friedhofsplanungen in Europa.